Von mir zum WIR

VON MIR ZUM WIR

Hier beginnt eine Themenreihe zum Thema Frieden und Zufriedenheit.
Das Motto lautet: Zufriedene Menschen sind friedliche Menschen.
Und ein weitere These: Der Weg zum WIR beginnt bei mir.  
Deshalb lohnt es sich, mich bei mir selbst auszukennen, und noch besser: mit mir selbst auszukommen.


Wer bin ich wirklich?


Ich kann zunächst einmal herausfinden, ob ich eher im angspannten oder im entspannten Modus lebe. Das zeigt sich besonders in herausfordernden Momenten. Agiere ich aus mir selbst heraus oder REagiere ich hauptsächlich auf meine Umwelt?
Im eigenen Inneren zuhause zu sein ist etwas sehr kostbares. Um diese innere Mitte herum haben sich aber im Laufe unseres Lebens Schichten gebildet, die es schützen sollen. Es sind Schutzhüllen, die ihre Berechtigung haben, wenn wir ausgeliefert und hilflos sind. 
Eine Hülle kann vielleicht daraus bestehen, dass wir uns lieber anpassen, als zu unserer Meinung zu stehen, weil wir sonst „rausfliegen“ aus dem System.
Eine andere Hülle ist es, unabhängig und vielleicht sogar dominant aufzutreten. Das kann vor Übergriffen schützen.
Eine andere Hülle ist der Rückzug, äußerlich oder innerlich, auch in Betäubung und Ablenkung.  Oder eine kritische und urteilende Haltung, die uns ein Gefühl von Erhabenheit gibt, um selbst nicht verurteilt zu werden.


Das alles kommt aus dem Stress der Bedürftigkeit (der Kindheit), aus unerfüllten seelischen Bedürfnissen. Leider streifen wir diese Schutzschichten nicht automatisch ab, wenn wir erwachsen und frei sind und unser Leben selbst verantworten. Es sind eingefahrene Muster und Strategien. Tragisch ist, dass wir unser eigentliches Ich, dass wir ja unbewusst schützen wollten, oft selbst gar nicht kennengelernt haben. Deshalb steht es oft nicht gut um unser SELBSTbewusstsein. Unsere Schutzschichten sind inzwischen ein Teil von uns selbst und wir sind darin gefangen wie die kleine Matrouchka-Puppe in den größeren Puppenhüllen.
Es ist als ob wir unbewusst einen Schatz mit uns herumtragen: Unser WAHRES SELBST. Es lohnt sich allein deshalb schon jede Mühe, es zu befreien (zu lassen).
Die Befreiung aber ist kein Kinderspiel, sondern kann dramatisch verlaufen. Die bliblische Geschichte ist ein lebhaftes Zeugnis davon. Um diesen schmerzhaften Prozess zu überstehen, braucht es von Anfang an die Überzeugung, dass mir am Ende meine wahre Identität geschenkt wird. 
Dieses kleine wahre Ich ist in der Isolation stillgelegt, wie tot. Denn es braucht als Lebensquelle die Anbindung an die größere Bezugsperson, den Vater-Gott. Die Errettung des Kindes aus dieser Finsternis übernimmt Gott selbst durch seinen Sohn Jesus. Denn unsere Lebensweise mit den Schutzstrategien ist so lebensfeindlich, dass sie tödlich enden würde wenn keine Befreiung passiert.  Mit unseren egoistischen Schutzmanövern haben wir uns gegenseitig geschadet und uns dabei auch SELBST verloren. Diese Schäden brauchen Richtigstellung, brauchen Gericht. Dieses Gericht würden wir nicht überleben. Ein anderer, Jesus SELBST hat es überlebt, denn er war verbunden mit seinem Vater - Gott. Deshalb ist er der Weg zu Gott. Er ist leidenschaftlich daran interessiert, unser Gefängnis zu öffnen, um das Neue und Wahre zum Leben zu erwecken! Wie im Märchen von Dornröschen ist er der Prinz, der es durch die Dornenhecke schafft und die Prinzessin aufweckt.
Oft braucht es Krisen, um diese Befreiung zuzulassen. Dabei werden schließlich eigene vermeintliche Sicherheiten in Frage gestellt. Letztlich ist es wie der Sprung eines Kindes von der Mauer (der Selbsterhöhung) in die Arme des Vaters. Es kann loslassen, weil es in eine neue „Bezugsgröße“ fällt;  dem Vater-Gott.


Doch es wäre wahrscheinlich gar nicht auszuhalten, wenn all das, was uns inzwischen ausmacht, plötzlich wegfallen würde. Unsere Vergangenheit ist nach der Erlösung nicht weggewischt, sondern sie bekommt durch die Versöhnung eine andere Rolle. Strategien, die vorher anderen oder uns selbst geschadet haben, können sogar dienlich sein, wenn sie nicht mehr Schutzfunktion sein müssen.
Im Bild der Matrouchka-Hüllen: Wenn sie geöffnet werden, sind es Schalen, die wertvolles enthalten können.
Es sind also anspruchsvolle Voraussetzungen, die das ICH zu einem stabilen Gegenüber im WIR machen. Aber es lohnt sich: Solche mit sich versöhnten Menschen sind versöhnlich und verbindlich. Sie stützen und sichern wiederum andere in ihrem Befreiungsprozess.